Keine Fördermittel für Grundschulzentrum

Keine Fördermittel für Grundschulzentrum

Eine Fördermittelabsage aus Magdeburg macht es nun amtlich: In nächster Zeit wird es keinen Schulneubau und damit auch kein Grundschulzentrum in der Stadt Seeland geben.

Sommeridee 2020: Neubau eines Grundschulzentrums

Im Sommer 2020 ist die Stadtverwaltung auf die Idee gekommen, ein Grundschulzentrum zu bauen. Der Stadtrat musste daraufhin einen Grundsatzbeschluss für den Neubau fassen. Die Mitglieder der BIG-Seeland und der Wählergemeinschaft Froser Bürger, sowie zwei weitere Stadtratsmitglieder, die im Sitzungsprotokoll allerdings nicht genannt werden, sprachen sich dagegen aus. Wohlgemerkt  nicht gegen ein Grundschulzentrum, sondern vielmehr gegen den Schnellschuss des Beschlusses.

Es war für die Mitglieder des Stadtrates weder Zeit abzuwägen, ob ein Schulverbund oder das Schulzentrum mehr Sinn macht; noch war nicht geklärt, wie der Neubau finanziert werden soll. Diese Investition würde eine Größenordnung von fünf bis acht Millionen Euro umfassen, welche vielleicht aus Fördermitteln und einem erheblichen Anteil Eigenmittel der Stadt finanziert würde. Eigenmittel, die eine seit Jahren in der Konsolidierung steckende Stadt, ohne genehmigten und ausgeglichenen Haushalt, mit Schulden in Millionenhöhe, nicht einfach aufbringen könnte. Auch über den Standort war man sich noch nicht im Klaren. Fakt war nur, dass die drei bisher bestehenden Grundschulstandorte dann geschlossen würden.

Bestehende Schulen sind sicher bis 2024

Und dass, obwohl alle drei Schulen bis 2024 Bestand haben. Dies steht in dem sogenannten Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzept aus dem Jahr 2018, welches für viel Geld von Fachleuten erstellt und vom Stadtrat als Grundlage für die künftige Stadtentwicklung im Jahr 2018 bestätigt wurde.

Und danach haben Stadtverwaltung, Stadtrat und auch Bürger gemeinschaftlich gearbeitet. Besonders für das Bestehen der Hoymer Grundschule wurde sich stark gemacht. Deren Vollsanierung hat vor wenigen Jahren eine Menge Geld gekostet.

Was nach dem Bau des Grundschulzentrums mit den drei Schulgebäuden passieren sollte, war ebenfalls zum Zeitpunkt des Grundsatzbeschlusses nicht geklärt.

Durch die Absage eines Fördermittelbescheides für den Neubau des Grundschulzentrums muss sich nun wieder auf das ursprüngliche Ziel konzentriert werden → Die Bildung eines Schulverbundes: die Grundschule Gatersleben ist Hauptstandort und Hoym/Anhalt ist Teilstandort.

Die Grundschule Nachterstedt bleibt eigenständig. Daran wurde seit 2019 gearbeitet. Der Hoymer Schule droht im Jahr 2024 laut dem Schulentwicklungskonzept des Landkreises und der Stadt die Schließung. Mit der Gründung eines Schulverbundes könnte man das verhindern. In dieses Vorhaben muss nun alle Kraft gelegt werden.

Studie schafft jetzt Basis für Schulverbund

Mit der im Herbst 2020 von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebenen Grundschul-Standort-vergleichsstudie hat man nun eine gute Basis geschaffen, um die drei Grundschulen zu sichern. Auch wenn die Studie für das Grundschulzentrum erarbeitet wurde, kann man aus dieser genau ersehen, was in den drei Grundschulen investiert werden müsste.

Diese Investitionen liegen bei weitem nicht in der gleichen Höhe, wie der Neubau des Grundschulzentrums. Das beschlossene Ziel Schulverbund muss nun wieder konzipiert und greifbar werden – darauf muss sich die Stadt jetzt konzentrieren.