Impf- und Logistikzentrum entsteht in Staßfurt – Landrat Bauer und AMEOS stellen das Objekt des Salzlandkreises vor. Prozesskette zu Corona-Schutzimpfungen in vollem Gange.

  • Beitrag veröffentlicht:(So) 13.Dez 2020
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Impf- und Logistikzentrum entsteht in Staßfurt – Landrat Bauer und AMEOS stellen das Objekt des Salzlandkreises vor. Prozesskette zu Corona-Schutzimpfungen in vollem Gange.

Staßfurt/Bernburg/SLK. Das Corona-Impfzentrum des Salzlandkreises wird in der ehemaligen Kinderklinik in der Bodestraße 11 in Staßfurt aufgebaut. Am Freitag stellten Landrat Markus Bauer und Freddy Eppacher, der bei AMEOS Ost zu Jahresbeginn als Regionalgeschäftsführer Frank-Ulrich Wiener ablöst, mit weiteren Vertretern das Haus und alle hiesigen Vorbereitungen zur Umsetzung der Impfstrategie erstmals öffentlich
vor. „Wir haben uns seit Wochen mit dem Thema befasst“, erklärt Landrat Bauer, der mit der Kreisverwaltung zuständig zeichnet für das Impfzentrum, „und hier ein wirklich gutes Resultat. Zuletzt erfolgte die Abstimmung mit dem Sozial- und Gesundheitsministerium in Magdeburg. Nun ist klar, dass wir mit AMEOS und allen weiteren Partnern eine effiziente Zentrallösung in Staßfurt schaffen. Sie soll komplettiert werden mit mobilen Teams, die in die Einrichtungen gehen. Und in der Perspektive auch mit Impfstationen in Aschersleben, Bernburg und Schönebeck.“ Dafür wird das Impfzentrum in Staßfurt auch als Logistikzentrum aufgebaut.
Die Überlegungen des Landrates reichen bis weit in das nächste Jahr. Sobald die angekündigten Impfstoffe zur Verfügung stehen, sollen die Einwohner im Salzlandkreis nach den Plänen des Bundesgesundheitsministeriums und einer entsprechenden
Verordnung den Corona-Impfschutz auf freiwilliger Basis erhalten. Mit individuellem Impfschutz soll ein kollektiver Impfschutz in der Gesellschaft aufgebaut werden.
Freddy Eppacher, Direktor Bau und Technik der AMEOS Gruppe und ab Januar 2021 Regionalgeschäftsführer AMEOS Ost, sagt: „Als die Anfrage für das Impfzentrum kam, haben wir uns sofort für die Umsetzung bereit erklärt und konnten gemeinsam schnell einen idealen Standort identifizieren. Wir sind sehr froh, den Salzlandkreis mit der
Bereitstellung der Räumlichkeiten und unserer technischen Kompetenz für den Betrieb zu unterstützen. Das Projekt spricht für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der AMEOS Gruppe als Gesundheitsdienstleister für den Landkreis und für unsere gesamte Region.“
Dr. Klaus Henning Thomas, Chefarzt für Pneumologie und Intensivmedizin und Leiter des medizinischen Krisenstabes AMEOS Ost ergänzt: „Es ist unser großer Wunsch, dass das Impfzentrum im Salzlandkreis von der Bevölkerung mit einer hohen Zahl an Impfungen maximal intensiv genutzt wird. Damit können wir den Weg zur Rückkehr in eine Normalität ebnen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie“.
Das Impfzentrum nutzt vorhandene medizinische Infrastruktur, bietet viel Platz und nahe Parkmöglichkeiten. Der Aufwand zur Ertüchtigung des zuletzt nicht betriebenen Hauses am AMEOS-Standort ist überschaubar und schnell zu erbringen. Der Landkreis und der Gesundheitsdienstleister haben sich geeinigt, dass das Klinikobjekt samt vorhandener Einrichtung mietfrei genutzt werden kann. Um die Logistik und Impfstofflagerung, die einzurichtenden Funktionsräume, Ausschilderung und den erforderlichen Sicherheitsdienst kümmert sich die Kreisverwaltung. Beim Personal ist die breite Unterstützung der regionalen Ärzte, Rettungsdienste und Hilfsorganisationen erforderlich, der Kassenärztlichen Vereinigung des Landes Sachsen-Anhalt, der Bundeswehr und auch des Sozialministeriums. Das wird der wohl schwierigste Part, zumal es weder Vorgaben noch Erfahrungen gibt über die organisatorischen und zeitlichen Abläufe.
Der Salzlandkreis plant in seinem Impfzentrum mit vier Impfteams im Zwei-SchichtBetrieb an einem Acht-Stunden-Tag. Jedes Team soll dabei unter FFP-2-Maskenschutz vier Impfplätze betreuen, braucht dafür einen Arzt und zwei bis drei Helfer. Außerdem ist vorgesehen, dass vier bis fünf mobile Impfteams die Pflegeeinrichtungen aufsuchen. Die im Landkreis tätigen Hilfsorganisationen DRK Bernburg und Staßfurt, ASB Aschersleben,
Johanniter Unfall-Hilfe und DLRG haben bereits ihre Bereitschaft bekundet und Personal gemeldet. Darunter sehr viele Ehrenamtliche, die deshalb jedoch nur außerhalb ihrer Arbeit verfügbar sind.
Im Impfzentrum werden verschiedene Stationen installiert, angefangen vom barrierefreien Zugang, über die Registrierung, einen Wartebereich und die ärztliche Aufklärung bis zu den Impfplätzen und den Ruhebereich danach. Alles im Einbahnstraßensystem und mit Rahmenbedingungen, die jedem das Impfen, für das auch Barrieren zu überwinden sind, frei verantwortlich ermöglichen. Wer zuerst geimpft werden soll, kommt mit Einladung und Terminvereinbarung.
Die vorläufige Nationale Impfstrategie erläutert Details über die Priorisierung und den Ablauf der Massenimpfungen. Im Land Sachsen-Anhalt rechnet man derzeit mit ersten Teillieferungen von Impfdosen zum Jahresende und zu Jahresbeginn. Der Fokus für die ersten Impfungen liegt zunächst bei der Versorgung von Pflegebedürftigen und dem
Personal in Pflegeeinrichtungen. Weiter können auch Krankenhäuser und kritische Infrastrukturen, wie beispielsweise Polizei, einbezogen werden. In der Organisation und Verteilung über das Impfzentrum liegt noch viel Arbeit.
„Wir stehen im Plan, die Zeit drängt“, teilt Landrat Markus Bauer mit. „AMEOS möchte ich für die jederzeit konstruktive Zusammenarbeit in der Pandemie-Bekämpfung meinen ausdrücklichen Dank aussprechen“, fügt er hinzu und verweist auch auf das gemeinsame Fieberzentrum und die Zusammenarbeit mit dem Zentrallabor in Bernburg. „Natürlich auch allen Hilfsorganisationen, Partnern und Helfern im Kreis, die uns nach Kräften
unterstützen wollen. Schließlich wird sich der Salzlandkreis weiter dafür einsetzen, mit allen nötigen Schritten die Pandemie zurückzudrängen. Auf baldigen Schutzimpfungen ruhen große Hoffnungen.“
Das entbinde aber niemanden von der eigenen Verantwortung, der Einhaltung der Regeln und dem sorgsamen Umgang miteinander. Auch darauf verweisen der Landrat als Verwaltungschef im Salzlandkreis und die medizinisch Verantwortlichen von AMEOS.
Schließlich sehnen sich alle nach einer Rückkehr zum normalen Leben in gewohnten, sicheren Strukturen.